Konflikt-, krisen- und unsicherheitsgetriebene Migration in und aus dem Nahen Osten (MigME)

Seit Jahrzehnten leidet der gesamte Nahe Osten unter Konflikten, Krisen und Unsicherheit. Die aktuelle Krise bringt die Region an den Rand des Abgrunds. Dies hat zu massiven Vertreibungen, einem ständigen Strom von Zwangsmigranten in die Nachbarländer und einer Hoffnungslosigkeit in der Bevölkerung geführt, die sie dazu treibt, selbst anderswo ein besseres Leben zu suchen. Da die wirtschaftlich angeschlagenen Länder der Region noch immer mit der Aufnahme der verstetigten Flüchtlingsbevölkerung aus der Vergangenheit zu kämpfen haben und es kaum legale Möglichkeiten gibt, den Migrationsdruck in andere Länder abzuleiten, könnte dies zu neuen unkontrollierten Massenfluchtbewegungen, weiteren humanitären Tragödien oder sogar zu einer Destabilisierung der gesamten Region führen.
Das Projekt im Jahr 2025 gilt als Auftakt für entsprechende Forschungsarbeiten mit folgenden Zielen:
- Zusammenfassung der Auswirkungen der Krise im Nahen Osten im Zusammenhang mit Vertreibung und Migration.
- Untersuchung der aktuellen Lebensbedingungen von Vertriebenen und Zwangsmigranten sowie der normalen Bevölkerung in der Region, am Beispiel der Region Kurdistan im Irak.
- Empirische Analyse der Wünsche von Vertriebenen und Zwangsmigranten sowie der normalen Bevölkerung in der Region, zu bleiben, weiterzuziehen oder zurückzukehren.
- Ableitung möglicher Auswirkungen der Ergebnisse für die Migranten, die derzeitigen Aufnahmeländer und die künftigen Transit- und Zielländer.
- Schlussfolgerungen zu Maßnahmen, die zur Verhinderung weiterer humanitärer Tragödien ergriffen werden müssen.
Das Projekt gliedert sich in eine Phase der Faktenermittlung in der kurdischen Region des Irak und eine Konzeptionsphase, in der zusätzliche Partner und mögliche Finanzierungsquellen gesucht werden.
Cluster. International Social Work
Kontaktperson am IFAS: Prof. Dr. Ralf Roßkopf (ralf.rosskopf[at]thws.de)
Förderung: Bayerische Forschungsallianz aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst
