Cluster Gesundheit
SMART- Saving Autonomy: Assessing Patients' Capacity to Consent using Artificial Intelligence
Die Patientenautonomie nimmt im Gesundheitswesen eine Schlüsselrolle ein. Im Allgemeinen gilt, dass sie durch eine informierte Einwilligung erreicht wird. Aufgrund bestimmter Krankheiten kann die Fähigkeit, eine informierte Einwilligung anzugeben (Einwilligungsfähigkeit), beeinträchtigt oder nicht vorhanden sein. Im von der VW-Stiftung geförderten Projekt SMART untersuchen wir gemeinsam mit unseren Projektpartnerinnen und -partnern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der OTH Regensburg, ob und inwieweit durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) aktuelle Herausforderungen bei der Beurteilung der Einwilligungsfähigkeit überwunden werden können und welche neuen ethischen, rechtlichen und sozialen Implikationen sich durch einen möglichen KI-Einsatz ergeben.
Trotz der zentralen Rolle, die die informierte Einwilligung im Gesundheitswesen einnimmt und einer Vielzahl verfügbarer standardisierter Beurteilungsinstrumente ist die tatsächliche Bewertung der Fähigkeit oft mit Problemen behaftet. Zum einen legen die Instrumente den Fokus auf kognitive und verbale Fähigkeiten der Patientinnen und Patienten (emotionale werden eher vernachlässigt). Hinzu kommt, dass subjektive Faktoren des Arztes oder der Ärztin, der oder die die Bewertung übernimmt, beeinflussen können. Bislang gibt es im Bereich der KI keine Anstrengungen, um die Einschränkungen bei der Beurteilung der Einwilligungs- bzw. Entscheidungsfähigkeit der Patientinnen und Patienten zu überwinden. In unserem Projekt untersuchen wir die Rolle, die KI in diesem Bereich einnehmen kann. Dazu bilden wir ein interdisziplinäres Netzwerk von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, um die mit einer Beurteilung der Einwilligungsfähigkeit der Patientinnen und Patienten verbundenen Schwächen und Einschränkungen herauszuarbeiten. Ergänzt werden die Arbeiten durch eine empirische Vorstudie mit Fokusgruppen. Auf Grundlagen dieser Ergebnisse gehen wir der Frage nach, ob und wie die Übertragung dieser Erkenntnisse in KI-Systeme technisch möglich und sozial, politisch, rechtlich und ethisch wünschenswert ist.
Kontaktpersonen am IFAS: Prof. Dr. Tanja Henking LL.M., Andrea Weber M.Sc.
Kooperationsbeteiligte: Prof. Dr. Heiner Fangerau, Vasilija Rolfes M.A., Uta Bittner M.A. (jeweils Universität Düsseldorf), Prof. Dr. Christoph Palm, Prof. Dr. Karsten Weber, Helene Gerhardts M.A., Linda Kokott M.A. (jeweils OTH Regensburg)
Projektlaufzeit: 2020-2021
Förderung: VW-Stiftung (Planning Grant)
Weitere Informationen gibt es auf der Seite der VW-Stiftung
CHECK.APP - Symptom-Checker auf Basis Künstlicher Intelligenz
Symptom Checker Apps (SCA) erlauben Anwendenden via App Krankheitssymptome einzugeben, die mittels KI-basierter Algorithmen eine mögliche Diagnose ermitteln sowie eine Handlungsempfehlung auf dem Smartphone anzeigen. Im Projekt CHECK.APP werden grundlegende ethische, rechtliche und soziale Fragen, die solche Apps aufwerfen, untersucht. Die Studie findet in Zusammenarbeit mit Forschenden der Universität Tübingen sowie dem Universitätsklinikum Tübingen statt. Das Verbundprojekt ist Teil der Fördermaßnahme „Forschung zu ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten (ELSA) der Digitalisierung, von Big Data und Künstlicher Intelligenz in der Gesundheitsforschung und -Versorgung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Ziel dieser Maßnahme ist es, die Auswirkungen der neuen Technologien auf Wissenschaft und Gesellschaft zu untersuchen und auf einen gesellschaftlich akzeptierten und verantworteten Rahmen für ihren Einsatz hinzuwirken.
Das Teilprojekt Recht fokussiert in enger Zusammenarbeit mit dem Teilprojekt Ethik die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Interaktion zwischen Ärztinnen/Ärzten und Patientinnen/Patienten sowie auf das Verhalten und die eigene Wahrnehmung als Patientin oder Patient. Dabei werden auch mögliche Grenzverschiebungen in der Wahrnehmung von Krankheit und Gesundheit untersucht. Sie können nicht nur Auswirkungen auf die Versorgung und Steuerung von Patientinnen und Patienten, sondern auch auf das Verhältnis von Ärztinnen, Ärzten, Patientinnen und Patienten haben. Dies berührt rechtliche Fragestellungen aus den Bereichen Patientenrechtegesetz, Haftungsrecht, Verbraucherschutz- sowie das Datenschutzrecht. Patientenautonomie einschließlich einer Datenautonomie stehen dabei im Vordergrund. Diese können durch SCA gefördert werden, sie können aber auch in Gefahr geraten, wenn hierdurch Körperbewusstsein, Vertrauen ins medizinische Versorgungssystem oder in einzelne Ärztinnen oder Ärzte geschwächt werden. Ebenso ist zu bedenken, dass die Nutzung von SCA Verantwortungszuschreibungen bedingen kann. In enger Zusammenarbeit mit den anderen Teilbereichen sollen differenzierte Handlungsempfehlungen für Betroffene, Entwickelnde und Entscheidungstragende abgeleitet werden.
Kontaktpersonen am IFAS: Prof. Dr. Tanja Henking, LL.M. (Teilprojektleitung), Malte Klemmt M.A.
Kooperationsbeteiligte: Prof. Dr. Stefanie Joos (Gesamtprojektleitung), Prof. Dr. Monika A. Rieger, Dr. Roland Koch, Dr. Christine Preiser (jeweils Universitätsklinikum Tübingen); Prof. Dr. Dr. Urban Wiesing, Prof. Dr. Hans-Joerg Ehni, Dr. Robert Ranisch, Regina Müller M.A. (jeweils Universität Tübingen )
Projektlaufzeit: 2020 - 2023
Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Weitere Informationen gibt es auf der Seite des BMBF
BBSDRKUVB – Behavior Based Safety (BBS) – Sicheres Verhalten bei Rettungskräften
Verhaltensorientierte Arbeitssicherheit (Behavior Based Safety, BBS) gilt als die am besten untersuchte und wirksamste Methode zur Veränderung des Verhaltens im Bereich der Arbeitssicherheit. Die Forschung zu BBS soll in diesem Projekt auf den Bereich des arbeitssicheren Verhaltens von Rettungskräften des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) erweitert werden. Eine auf den einzelnen Rettungswachen umsetzbare Methode auf Grundlage der BBS-Prinzipien soll entwickelt werden, durch die die Arbeitssicherheit von Beschäftigten im Rettungsdienst dauerhaft verbessert wird. Das Projekt wird bei zwei Rettungswachen des DRK – Region Hannover e.V. durchgeführt und von der Unfallversicherung Bund und Bahn (UVB) gefördert.
BBS ist eine Sammlung von Methoden auf Grundlage der angewandten Verhaltensanalyse. Sicheres Arbeitsverhalten soll gestärkt werden durch
- die genaue Definition sicheren Verhaltens.
- die direkte Beobachtung des Verhaltens am Arbeitsplatz.
- verhaltensbezogenes positives und konstruktives Feedback.
- das Setzen von verhaltensbezogenen Zielen.
- den Einsatz von positiver Verstärkung.
BBS wird vor allem außerhalb Deutschlands in vielen Industriebetrieben erfolgreich eingesetzt, jedoch mangelt es an anwendungsbezogener Forschung im nicht-industriellen Bereichen. Die Tätigkeit von Rettungskräften ist riskant und führt immer wieder zu Unfällen oder Gesundheitsschäden. Oft spielt dabei das Verhalten der Rettungskräfte eine Rolle, z. B. beim falschen Heben und Tragen, bei dem Umgang mit persönlicher Schutzausrüstung oder beim Infektionsschutz. Mit dem Projekt werden v. a. folgende Ziele verfolgt:
- Analyse der Arbeitsbedingungen von Rettungskräften in Hinsicht auf begünstigende und erschwerende Faktoren für arbeitssicheres Verhalten
- Übertragung des BBS-Methoden auf die Arbeit von Rettungssanitätern
- Entwicklung einer auf Ebene der Rettungswachen umsetzbaren Intervention auf Basis von BBS zur Stärkung des arbeitssicheren Verhaltens
- Unterstützung der UVB bei der Verbreitung dieser Intervention im Rahmen der Präventionsarbeit beim DRK
Kontaktpersonen am IFAS: Prof. Dr. Christoph Bördlein, Lisa Zeitler B.A.
Kooperationsbeteiligte: Jan Hetmeier, Antje Stöwesandt, Martin Kluth, Lutz Behrens und Verena Goltz (jeweils Unfallversicherung Bund und Bahn); Lars Weiß, Helge Vogt und Lars Weber (jeweils Deutsches Rotes Kreuz)
Projektlaufzeit: 2019-2021
Förderung: Unfallversicherung Bund und Bahn (UVB)
Weitere Informationen auf der BBS-Homepage
FeM - Anwendung von freiheitsentziehenden Maßnahmen in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung in Bayern
Freiheitsentziehende Maßnahmen stellen einen massiven Eingriff in die persönlichen Freiheitsrechte einer Person dar und bedürfen daher einer besonderen Rechtfertigung. In unserem Forschungsprojekt untersuchen wir die Anwendung von FeM in Einrichtungen für volljährige Menschen mit Behinderungen. Diese Zielgruppe hat in bisherigen Untersuchungen kaum Beachtung gefunden. Die Erstellung des Gutachtens im Auftrag des Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP Bayern) soll diese Forschungslücke schließen und dabei einen ersten Überblick über die Anwendung von Zwangsmaßnahmen in diesem Setting bieten. Dafür arbeiten wir mit unseren Projektpartnerinnen und -partnern aus Wissenschaft und Praxis zusammen. Es wird u.a. der Frage nachgegangen, welche freiheitsentziehenden Maßnahmen wann, wie, wie oft und in welchen Situationen durchgeführt werden. Werden sie fach- und sachgerecht angewandt und auf welche Begründungen stützt sich die Anwendung? Außerdem untersuchen wir mögliche Alternativen. Gibt es bauliche oder personelle Besonderheiten, die die Vermeidung von FeM begünstigen? Wie wirken sich Alternativen auf Bewohnende und die Atmosphäre in der Einrichtung aus? Zur Beantwortung dieser Fragen nutzen wir einen Mixed-Methods Ansatz (u.a. Literaturanalyse, teilnehmende Beobachtungen, Fragebogenvollerhebungen).
Kontaktpersonen am IFAS: Prof. Dr. Tanja Henking LL.M., Malte Klemmt M.A.
Kooperationsbeteiligte: Thomas Schmitt-Schäfer (transfer - Unternehmen für soziale Innovation), Prof. Dr. Peter Brieger (kbo- Isar-Amper Klinikum)
Projektlaufzeit: 2020-2022
Förderung: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP Bayern)
DigiPsy - Digitalisierte Psyche: Patientenautonomie in einer sich verändernden Mensch zu Mensch Interaktion bei psychischer Erkrankung
Digitalisierung und der Einsatz von KI-basierten Tools bringen große Veränderungen in der medizinischen Versorgung mit sich. Im Projekt DigiPsy werden die ethischen und rechtlichen Aspekte der digitalen Versorgung psychisch erkrankter Menschen untersucht. Die Perspektive (potentieller) Nutzenden soll einbezogen werden, um Handlungsempfehlungen für den Einsatz digitaler und KI-basierter Anwendungen im Bereich Mental Health geben zu können.
Über die Digitalisierung werden im Gesundheitssystem große Versprechungen abgegeben, im Bereich der Psychiatrie sprechen manche sogar von einem Quantensprung in der Versorgung, während andere vor den entstehenden Datenmengen einer Gruppe von besonders vulnerabel geltender und weiterhin von Stigmatisierung betroffener Personen sowie einer „Entpersonifizierung“ der Medizin warnen. Häufig diskutiert wird dabei die Auswertung und Verwendung von individuellen digitalen Daten, die beispielsweise durch die Nutzung von Smartphones oder mobiler Sensoren entstehen („digital phenotyping“). Im Fokus stehen Fragen von Autonomie, Verantwortung und Krankheitsverständnis im Zusammenhang mit digitalen und KI-basierten Tools im Bereich Mental Health. Neben einer ethisch-normativen Auseinandersetzung erforschen wir die Perspektive und Akzeptanzbedingungen (potentieller) Nutzenden durch qualitative Interviews und Fokusgruppen. Aus den normativen und empirischen Anteilen werden Handlungsempfehlungen abgeleitet.
Kontaktpersonen am IFAS: Prof. Dr. Tanja Henking, LL.M.; Franziska Zehl, M.A.
Projektlaufzeit: 2021 – 2024
Gesund studieren an der THWS (studentisches Gesundheitsmanagement)
„Gesund Studieren an der THWS“ ist ein von der AOK Bayern finanziertes Präventionsprojekt mit dem Ziel der Implementierung, Evaluation und Weiterentwicklung eines Studentischen Gesundheitsmanagements an der THWS. Es soll so eine campusnahe Anlaufstelle an beiden Hochschulstandorten (Würzburg und Schweinfurt) geschaffen werden, die Studierende zu allen Themen der psychischen, physischen und sozialen Gesundheit unterstützt und bedarfsorientiert an passende Stellen weitervermittelt. Zudem ist die Vernetzung mit internen sowie externen Akteurinnen und Akteuren wie z.B. den Lehrenden und Funktionsstellen ein großes Anliegen des Projektes. Das Team besteht aus einer Psychologin und zwei Sozialpädagoginnen und ist dem IFAS zugehörig.
Die Themenschwerpunkte des Projektes sind die Gesundheitsförderung, Informationsvermittlung und Vernetzung sowie Förderung bestehender Strukturen durch beispielsweise Schulung von Studienfachberatungen. Zu den Aufgaben zählen besonders die Prävention psychischer, physischer und sozialer Gesundheitsproblematiken, Unterstützung und Weitervermittlung von Studierenden sowie die Überbrückung von Wartezeiten. In auf Wunsch anonymen und digitalen Kontakten wird den Studierenden eine Möglichkeit geboten, niedrigschwellige Hilfe und Begleitung für ihre Anliegen zu bekommen. Über Gruppenangebote und gezielte Öffentlichkeitsarbeit soll das Thema Gesundheit in der Hochschule noch präsenter gemacht werden. In einer prozessbegleitenden Evaluation werden über die Projektlaufzeit hinweg alle relevanten Erkenntnisse der praktischen Arbeit wissenschaftlich ausgewertet.
Kontaktpersonen am IFAS: Prof. Dr. Neuderth (Projektleitung), Prof. Dr. Löbmann (Projektleitung), Jessica Thätz, Lisa Demar, Roxana Schweighart
Kooperationsbeteiligte: AOK Bayern; AOK Direktionen Würzburg und Schweinfurt
Projektlaufzeit: 2022 – 2024
Förderung: AOK Bayern (Förderung gem. Präventionsgesetz §§ 20, 20a SGB V)
Weitere Informationen gibt es auf der Projekt-Website
HOMESIDE - Home-based family caregiver-delivered music and reading interventions for people living with dementia
Ein Großteil der Menschen, die an Demenz erkrankt sind, werden zuhause von Angehörigen gepflegt. Das Wohlbefinden der Pflegenden sowie der Gepflegten ist dabei ein zentrales Anliegen, um häusliche Pflege zu ermöglichen. HOMESIDE untersucht die Wirkung von einem musiktherapeutischen und einem lesetherapeutischen Angebot für Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen. Dazu arbeiten wir mit unseren internationalen Partner*innen aus Australien, Großbritannien, Norwegen und Polen zusammen. Das Forschungsprojekt wird vom EU Joint Programme – Neurodegenerative Disease Research (JPND) gefördert. In Deutschland wird die Studie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziell unterstützt.
Die Studie richtet sich an Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Die pflegenden Angehörigen werden von ausgebildeten Fachkräften angeleitet und dabei unterstützt, Musik- oder Leseaktivitäten im Alltag in der häuslichen Pflege einzusetzen. Diese gemeinsamen Aktivitäten der pflegenden Angehörigen mit ihren betroffenen Angehörigen sollen dabei helfen, verhaltensbezogene und psychologische Symptome der Demenz (z.B. Unruhe oder Niedergeschlagenheit) zu regulieren, das Wohlbefinden beider zu verbessern und die Beziehung zu stärken. Darüber hinaus werden gesundheitsökonomische Analysen durchgeführt, um die Kosteneffizienz von den musik- und lesetherapeutischen Angeboten für die pflegenden Angehörigen und deren Umsetzung im Alltag im Vergleich zu der sonst üblichen Regelversorgung zu bestimmen. Die Ergebnisse zur Kosteneffektivität werden im Projekt weiterhin insbesondere in den Kontext der Gesundheits-, Sozial- und Pflegesysteme Deutschlands und Australiens gestellt. Insgesamt soll mit unserem Projekt die informelle, häusliche Pflege von Menschen mit Demenz unterstützt und erleichtert werden. Dabei werden auch neue Berufsfelder für Musik- und Lesetherapeuten evidenzbasiert entwickelt.
Kontaktpersonen am IFAS: Prof. Dr. Thomas Wosch (Projektleitung Deutschland), Prof. Dr. Sven Warnke (Teilprojekt Gesundheitsökonomie), Dr. Laura Blauth (Studienleitung), Carina Petrowitz (stellv. Studienleitung)
Kooperationsbeteiligte: Prof. Dr. Felicity Baker (Konsortiumsleitung Gesamtprojekt, The University of Melbourne), Dr. Imogen Clark (Projektleitung Australien, The University of Melbourne), Prof. Dr. Helen Odell-Miller, OBE (Projektleitung Großbritannien, Anglia Ruskin University), Prof. Dr. Karette Stensaeth (Projektleitung Norwegen, Norwegian Academy of Musik), Dr. Ania Bukowska (Projektleitung Polen, University of Physical Education, Krakow) und weitere regionale Partner*innen
Projektlaufzeit: 2019 - 2022
Förderung: EU Joint Programme – Neurodegenerative Disease Research (JPND), Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Weitere Informationen auf der THWS-Projektseite HOMESIDE sowie der internationalen Projektseite in englischer Sprache.
Music & Aging. Music Activities in Old Age and Music Therapy for Aging Impairments
Dieses Projekt knüpft an die die polnisch-tschechische Zusammenarbeit der Projekte HOMESIDE mit der University of Physical Culture Krakow seit 2018 und MUSIK BESEELT mit der Palacki University Olomouc seit 2020 an. Es erweitert diese Zusammenarbeit auf vier weitere polnische und deutsche Universitäten und Kunsthochschulen mit dem Ziel, Musiktherapie und Musikgeragorik für pflegende Angehörige verschiedenster Klientengruppen umfassend zu untersuchen. Konkrete Schritte dazu sind Systematic Reviews und zwei EU-Anträge in 2026-2027.
Kontaktperson am IFAS: Prof. Dr. Thomas Wosch
Kooperationspartner: Hochschule für Musik Würzburg, University of Physical Education Krakow, Palacky University Olomouc, Karol Szymanowski Academy of Music Katowice, Silesian University Katowice und Maria Curie-Slodowska University Lublin.
Laufzeit: 2025
Förderung: BAYHOST und BTHA
Cluster Wissenschaft Soziale Arbeit
„Ethik konkret“ im St. Josefs-Stift e.V. in Eisingen
Das St. Josefs-Stift in Eisingen ist eine große Komplex-Einrichtung der Behindertenhilfe mit rund 500 Klientinnen und Klienten und über 630 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Mit mehreren Standorten im Kreis Würzburg, Aschaffenburg und Kitzingen bietet es Einrichtungen und Dienste für Menschen mit Behinderung an. Zu den Angeboten gehören eine Förderstätte und eine Werkstatt für behinderte Menschen, verschiedene Wohnangebote in der Zentraleinrichtungen in Eisingen und in kleineren gemeinschaftlichen Wohnformen, sowie als ambulant unterstütztes Wohnen in der eigenen Wohnung oder in Wohngemeinschaften. Verschiedene Angebote wie z.B. ein VHS-Programm, Fortbildungen oder Gottesdienste leisten in den Zentralenrichtungen einen Beitrag zu einer sogenannten inversen Inklusion (einer richtungswechselnden Integration) in dem Sinn, dass viele Menschen aus dem regionalen Umfeld und der Standortgemeinde zu solchen Anlässen in die Einrichtung kommen.
In einer solchen Einrichtung stellt sich eine Vielzahl von ethischen Fragen, die die verschiedensten Lebensbereiche und Akteure betreffen und die professionell bearbeitet werden sollen (Moser/Horster 2012). Bisherige Forschungen zeigen deutlich, dass moralisches und ethisch reflektiertes Handeln in den Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit von vielen Faktoren abhängig ist, wie individuellen Einstellungen, einer Organisationskultur, der ‚Binnenmoral’ von Teams und Arbeitsgruppen und anderen Faktoren (Banks 2012; Kohlfürst 2016). Eine wichtige Rolle spielen dabei auch fixierte und verbindliche Grundsätze wie z.B. Leitbilder oder ethische bzw. pädagogische Leitsätze, codes of ethics, auch wenn diese in der Praxis bei den Praktikerinnen und Praktikern oft gar nicht bekannt sind (Como-Zipfel/Kohlfürst/Kulke 2019).
Um nun sein pädagogisches Profil, seine pädagogischen Leitsätze und Formen ethischer Unterstützung und Entscheidungsfindung weiterzuentwickeln und weiter zu professionalisieren, plant das St. Josefs-Stift eine umfassende Weiterentwicklung und greift dafür die Erfahrungen und Wünsche seiner pädagogischen Fachkräfte auf. Dieser Prozess begann 2019 mit moderierten Ethiktagen zur Reflexion der eigenen Haltung aus dem Blickwinkel ethischer Fragestellungen; der Diskussion zu einem Thema aus den Bereichen Umgang mit Risiko und Süchten, Individualität (Privatsphäre) und Gemeinschaft, Sexualität und Beziehungen sowie Konfliktbewältigung; und Umbrüche und Veränderungen.
Gemeinsam mit den Angehörigen der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften Prof. Dieter Kulke, Anna-Lisa Klages, Prof. Como-Zipfel wurde ein Format entwickelt, den Prozess „Ethik konkret“ in einem Lehrforschungsprojekt als Fallstudie wissenschaftlich zu begleiten. Aufbauend auf dem bereits vom St. Josefs-Stift erarbeiteten Material (Leitlinien u.a.) forschen Studierende im Qualitativen Forschungsprojekt (Masterstudiengang Soziale Arbeit) unter der Leitung u.g. Ansprechpartnerin und Ansprechpartner am IFAS mit qualitativen Methoden im St. Josefs-Stift. Im Sinne eines multiperspektivischen Ansatzes und partizipativer Forschung befragen Projektgruppen Menschen mit Beeinträchtigung in verschiedenen Positionen und Funktionen. Sie wenden sich auch an pädagogische Mitarbeitende aus den Bereichen Wohnen, Arbeit und den Fachdiensten, die Projektverantwortlichen des St. Josefs-Stift, die Vorstandsmitglieder, externe Experten und weitere Beteiligte, so dass ein umfassender Blick auf den Umgang mit ethischen Fragstellungen gewonnen werden kann. Aufgrund der engen und vertrauensvollen Kooperation mit dem St. Josefs-Stift können so umfassende und differenzierte Daten zu sensiblen Aspekten Sozialer Arbeit gewonnen werden.
Nach den Erhebungen und der Transkription der Interviews wird das Lehrforschungsprojekt im Wintersemester 2020 mit der Auswertung und Analyse der erhobenen Daten fortgesetzt. Dabei werden verschiedene Ansätze und Methoden der qualitativen Sozialforschung und Datenanalyse wie Grounded Theory, qualitative Inhaltsanalyse, wissenssoziologische Diskursanalyse, Situationsanalyse und hermeneutische Verfahren zur Anwendung kommen. Ziel der Analysen ist, die Bedeutung ethischer Fragestellungen, den Umgang damit und die Folgen davon aus verschiedenen Perspektiven zu rekonstruieren. Anschließend wird gemeinsam erarbeitet, wie das St. Josefs-Stift die Ergebnisse des Forschungsprojektes in die Weiterentwicklung der pädagogischen Leitsätze und von Formen der Bearbeitung ethischer Fragestellungen einfließen lassen kann. Nach Abschluss des Lehrforschungsprojektes wird geprüft werden, inwieweit die Qualität der Daten eine weitere vertiefte Auswertung und Qualität der Daten nahelegt und das Projekt mit dem Ziel, übertragbare Erkenntnisse zu gewinnen fortgesetzt werden kann.
Kontaktpersonen am IFAS: Prof. Dr. Dieter Kulke (Projektleitung), Anna-Lisa Klages, Prof. Dr. Frank Como-Zipfel
Kooperationsbeteiligte im St. Josefs-Stift: Nike Klüber (Fortbildung), Carsten Schulz (Wohnbereichsleitung), Andreas Ullherr (pädagogische Gesamtleitung Wohnen)
Projektlaufzeit: 2020 – 2022
Förderung: aus Eigenmitteln
Wie Vermittlung in den Arbeitsmarkt gelingt - Handlungsempfehlungen zur Vermittlung von Menschen mit Behinderung
Was ist nötig, um Menschen mit Behinderung erfolgreich in einen Betrieb zu vermitteln? Diese Frage stellt sich der Verein UN-Konventionell e.V., der vor allem Werkstätten für Menschen mit Behinderung zum Übergang der Beschäftigten in einen Betrieb berät. Gefördert von der Aktion Mensch hat der Verein nun gemeinsam mit der THWS ein Projekt gestartet, das wichtige Informationen für die Vermittlungstätigkeit von Fachdiensten systematisieren und zugänglich machen sowie Handlungsempfehlungen erarbeiten will.
Hierfür werden bei erfahrenen Fachdiensten, Informationen zu unterschiedlichen Aspekten der Vermittlungstätigkeit (z.B. Strukturen, Hilfsmittel, Materialien und Methoden) erhoben, die Ergebnisse aufbereitet und online zur Verfügung gestellt. Diese Online-Sammlung soll neuen Fachdiensten die Gründung und Strukturierung erleichtern und bereits etablierten Diensten dabei helfen, ihre Arbeit - speziell mit Klienten, die nicht zur engeren Zielgruppe der Dienste gehören - zu optimieren. Aus den gesammelten Informationen sollen zudem Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, die eine optimierte und effektivere Vermittlung bzw. Übergang von Menschen mit Behinderung in Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt unterstützen sollen. Neben Fachdiensten sollen auch Ausbildungsstätten, Fachschulen und Hochschulen von den Ergebnissen des Projekts profitieren können.
Die Erhebung der Informationen bei den Fachdiensten und Aufbereitung der Ergebnisse erfolgt durch die THWS unter Leitung von Prof. Dr. Dieter Kulke und Lukas Niederwieser.
Kontaktpersonen am IFAS: Prof. Dr. Dieter Kulke (Projektleitung), Lukas Niederwieser
Kooperationsbeteiligte: UN-Konventionell Netzwerk für Sozialraum-Arbeit e.V., Bundesarbeitsgemeinschaft Unterstützte Beschäftigung
Projektlaufzeit: 2024 – 2025
Förderung: Aktion Mensch über UN-Konventionell Netzwerk für Sozialraum-Arbeit e.V.
Weitere Informationen zu dem Projekt und zur Arbeit des UN-Konventionell gibt es auf der Vereinswebseite www.un-konventionell.info
Gesundheit von Fachkräften der Sozialen Arbeit in Deutschland
In den modernen Leistungsgesellschaften haben in vielen Branchen die Fehltage, das Auftreten von Erwerbsunfähigkeit und Frühverrentungen aus psychischen Gründen zugenommen. Sozialarbeitende sind in ihrer Berufsausübung den besonderen Beanspruchungen der Interaktionsarbeit sowie des Tripel-Mandats mit seinen teilweise widersprüchlichen Anforderungen ausgesetzt. Ein quantitatives Forschungsprojekt an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) untersucht vor diesem Hintergrund, wie es Sozialarbeitenden in verschiedenen Handlungsfeldern gesundheitlich geht, welchen beruflichen Beanspruchungen sie ausgesetzt sind und welche Bewältigungsstrategien sie wählen. Eine weitere Zielsetzung der Online-Umfrage mit 1.273 Teilnehmenden ist es herauszufinden, welche Konstellationen bei Fachkräften der Sozialen Arbeit das Burnout-Risiko beeinflussen.
Die bisher vorliegenden Studien zum Burnout-Risiko und zur Gesundheit von Fachkräften der Sozialen Arbeit basieren auf relativ kleinen Fallzahlen und sind oft auf spezielle Substichproben beschränkt. Vor dem Hintergrund dieser Forschungsdefizite wurde die Gesundheitsstudie der FHWS konzipiert. Diese bezieht sich auf Fachkräfte der Sozialen Arbeit, die in Deutschland aktiv erwerbstätig sind und geht den folgenden zentralen Forschungsfragen nach:
- Gibt es Unterschiede hinsichtlich des Auftretens von gesundheitlichen Belastungen bei Sozialarbeitenden in unterschiedlichen Handlungsfeldern und Kontexten?
- Welche Gruppen weisen erhöhte Burnout-Risiken auf?
- Wie ist es um das Gesundheitsverhalten der Sozialarbeitenden bestellt?
Der Fragebogen umfasst u.a. Fragen zu Merkmalen des aktuellen Arbeitsplatzes, zu beruflichen Belastungen, Beanspruchungen und Bewältigungsressourcen, zum Gesundheitszustand und -verhalten, zum Burnout-Level sowie zur Zufriedenheit mit verschiedenen Lebensbereichen. Die Befragung war von November 2019 bis Februar 2020 online ausfüllbar, insgesamt haben 1.273 Sozialarbeitende aus allen Bundesländern und verschiedenen Handlungsfeldern in diesem Zeitraum an der non-probabilistischen Stichprobe teilgenommen.
Im Frühjahr 2021 wurde die oben skizzierte quantitative Erhebung durch eine qualitative, leitfadengestützte Studie mit 25 Fachkräften ergänzt.
Kontaktperson am IFAS: Prof. Dr. Tanja Mühling
Projektlaufzeit: 2019 - 2021
Finanzierung: aus Eigenmitteln
Cluster International Social Work
Soziale Arbeit und bewaffnete Konflikte (SWAC)


english version below
Prof. Dr. Rania Mansour (Lebanese University, Beirut, Libanon, derzeit Doha Institute for Graduate Studies) erhielt die Bewilligung einer DAAD-Gastdozentur an der THWS für das akademische Jahr 2025/2026.
In ihrer Forschung wird sie den Bedarf an Diensten der Sozialen Arbeit im Kontext bewaffneter Konflikte sowie die besonderen diesbezüglichen Herausforderungen für die Soziale Arbeit identifizieren. Sie wird geeignete Methoden herausarbeiten und Vorschläge zu deren Adaption entwickeln. Dies gilt auch für Selbstachtsamkeit, Psychohygiene, Coping, Reflexion, Selbstschutz und Supervision beim Einsatz im Kontext bewaffneter Konflikte. Sie wird die strukturellen Voraussetzungen für effektive und möglichst sichere Diensteerbringung im Kontext bewaffneter Konflikte analysieren und in diesem Bereich wertvolle Beiträge zur Theoriebildung für Soziale Arbeit leisten. Dies wird sich auf Literaturrecherche, Evaluationen der eigenen Lehrveranstaltungen, Online-Interviews von Expertinnen und Experten sowie einen Online-Workshop stützen.
Der Transfer in die Fach-Community, Praxis, Politik und interessierte Öffentlichkeit erfolgt über themenspezifische Beiträge zu zwei renommierten europäischen Konferenzen der Sozialen Arbeit, der Übernahme der Co-Tagungsleitung in einer internationalen Konferenz mit eigenem Konferenzteil „Social Work and Armed Conflicts“ sowie einer begleitenden Ausstellung. Ergebnisse werden auf der Projekthomepage und in einem wissenschaftlichen Journal veröffentlicht.
Das Projekt wird gefördert vom DAAD mit Mitteln des Auswärtigen Amts (AA).
Social Work and Armed Conflicts (SWAC)
Prof. Dr. Rania Mansour (Lebanese University, Beirut, Lebanon, currently Doha Institute for Graduate Studies) has been awarded a DAAD visiting lectureship at THWS for the academic year 2025/2026.
In her research, she will identify the need for social work services in the context of armed conflict and the particular challenges this poses for social work. She will develop suitable methods and proposals for their adaptation. This also applies to self-awareness, mental hygiene, coping, reflection, self-protection, and supervision when working in the context of armed conflict. She will analyze the structural prerequisites for effective and safe service provision in the context of armed conflicts and make valuable contributions to the development of social work theory in this area. This will be based on literature research, evaluations of her own courses, online interviews with experts, and an online workshop.
The transfer to the professional community, practice, politics, and the interested public will be organized through topic-specific contributions to two renowned European conferences on social work, the co-chairing of an international conference with a separate section on “Social Work and Armed Conflicts,” and an accompanying exhibition. Results will be published on the project website and in an academic journal.
The project is funded by the DAAD with funds from the Federal Foreign Office (AA)
International Social Work Acting in Crises – Attitude Matters (AttiMa)
Mit dem Projekt „International Social Work Acting in Crises – Attitude matters“ wird der internationale und wissenschaftliche Austausch zwischen der FHWS/THWS, der Modern University for Business & Science (MUBS) im Libanon und der German Jordanian University (GJU) in Jordanien weiter entwickelt und ausgebaut. Im Projekt geht es um die professionelle Weiterentwicklung der Internationalen Sozialen Arbeit, die sich in Anbetracht der globalen Herausforderungen, Krisen, Kriegen und Katastrophen stärker international, kulturell-sensibel und krisenresilient aufstellen muss. Das Projekt wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) unter der Programmlinie „Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaften 2021-2022“ mit Mitteln des Auswärtigen Amts (AA) gefördert.
Fachkräfte in der Sozialen Arbeit stehen vor großen Herausforderungen im Umgang mit widersprüchlichen Imperativen und unsicheren Kontexten, die durch zunehmende wirtschaftliche Unterschiede, ökologische, wirtschaftliche und gesundheitliche Krisen wie auch verschiedener Formen gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit und gewalttätigem Extremismus geformt werden. In dieser Zeit globaler Krisen muss die Sozialarbeit ihr methodisches Repertoire erweitern und auch ihre Arbeits- und Unterrichtspraktiken ausbauen und anpassen. Das Projekt trägt durch seine Maßnahmen zur Kompetenzentwicklung und Professionalisierung der Internationalen Sozialen Arbeit bei. Einerseits durch die konkrete Kompetenzförderung von Studierenden und dem akademischen Mittelbau durch fachlichen und interkulturellen Austausch. Anderseits ist das Ziel Lehrformate zu entwickeln, die auch in online/ blended-learning Formaten Interaktivität, Partizipation und Teilhabe, sowie persönlichen Austausch ermöglichen. Darüber hinaus beabsichtigt das Projekt den akademischen Nachwuchs zu fördern und Erfahrungen der Sozialen Arbeit in Krisen und Konflikten am Beispiel der Sozialen Arbeit im Libanon herauszuarbeiten. Zudem wird eine nachhaltige Vernetzung und Zusammenarbeit der beteiligten Hochschulen untereinander vorangetrieben, um langfristig Strukturen für Lehr- und Forschungskooperationen zwischen Deutschland, dem Libanon und Jordanien zu etablieren.
Kontaktpersonen am IFAS: Prof. Dr. Hannah Reich, Lisa Mends M.A. (Doktorandin)
Kooperationsbeteiligte: Provost Dr. Nael H Alami (MUBS, Libanon); Aimée Ghanem (Doktorandin & Freie Wissenschaftlicher Mitarbeiterin im Libanon); Prof. Dr. Christine Hildebrandt, Dr. Bader Madi & Farah Al Hamouri (GJU, Jordanien)
Projektlaufzeit: 2021-2022
Förderung: Deutscher Akademischer Austausch Dienst (DAAD), Auswärtiges Amt (AA)
LOSWAC - Localisation of Social Work in Arab Countries
Eine lokalisierte Soziale Arbeit zu lehren und zu praktizieren ist von hoher Relevanz, um auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen vor Ort und dessen Umwelt eingehen zu können, da nur eine lokalisierte, also kontext-bezogene und auf die lokalen Gegebenheiten ausgerichtete Profession wirklich zielgerichtet sein kann. Das Projekt LOSWAC wurde gemeinsam von vier Partnerhochschulen und -Universitäten aus Jordanien (German Jordanian University und Yarmouk University), dem Libanon (Lebanese University) und Deutschland (FHWS/THWS) initiiert, um die Lokalisierung der Sozialen Arbeit in den arabischen Ländern voranzutreiben. Das Projekt ist eine Weiterführung der bestehenden Kooperation zwischen den Forschungseinrichtungen, die durch den Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD) „DAAD Transformationspartnerschaft Programm 2019-2020“ und das Deutsche Außenministerium gefördert wird.
Zentral ist im Projekt der hohe Bedarf an Lokalisierungsstrategien von Theorien und Methoden der Sozialen Arbeit im arabischen Kontext. Oft haben arabische Länder westliche Sozialarbeit ohne angemessene Anpassung an den arabischen Kontext und ohne angemessene Integration indigenen Wissens in die Theoriebildung übernommen. Darüber hinaus fehlt es der Arabischen Sozialen Arbeit oft an Strukturen für wissenschaftliche Forschung und Wissenstransfer. Junge Akademikerinnen und Akademiker sind in der arabischen Sozialarbeit knapp und meist in westlichen statt in arabischen Staaten akademisch sozialisiert. Dies stellt einen Engpass für die Entwicklung der Sozialen Arbeit im arabischen Raum dar. In unserem Projekt erfassen wir die Potenziale und Herausforderungen der Lokalisierung in den arabischen Ländern und kreieren ein wissenschaftliches Netzwerk sowie eine Plattform für den entsprechenden Diskurs aufbauen. Dafür haben wir ein Forschungscluster initiiert, halten internationale Konferenzen in den beteiligten Ländern und fördern den Austausch von Studierenden. Angestoßen durch die Corona Pandemie befassen wir uns inzwischen auch mit lokalisierten Digitalisierungsmaßnahmen für die Lehre der Sozialen Arbeit.
Kontaktpersonen am IFAS: Prof. Dr. Hannah Reich, Stefanie Witter M.A.
Kooperationsbeteiligte: Prof. Dr. Christine Hildebrandt, Da'ad Nazzal (beide German Jordanian University), Prof. Dr. Ayat J.J. Nashwan, Fida'a Hussein (beide Yarmouk University, Jordanien), Prof. Dr. Rania Mansour, Aimee Ghanem (beide Lebanese University)
Projektlaufzeit: 2019-2020
Förderung: Deutscher Akademischer Austausch Dienst (DAAD), Deutsches Außenministerium
Weitere Informationen auf der LOSWAC-Homepage
Cluster Digitale Transformation
Autonomie Digital - Autonomieförderung bei Menschen mit chronischen Erkrankungen mit Hilfe digitaler Möglichkeiten
Die Autonomie des Einzelnen und deren Sicherstellung ist im Gesundheitssystem von hoher Relevanz. Insbesondere Menschen mit chronischen Erkrankungen können durch die Erkrankung und ihre Behandlung Autonomieeinschränkungen erleben. Die zunehmende Digitalisierung im Gesundheitswesen bietet Möglichkeiten, Patientinnen und Patienten zu unterstützen und ihre Autonomie zu stärken. Durch neue Technologien, erweiterte Kommunikationsmöglichkeiten und Big Data ergeben sich unter dem Begriff „technology enabled care“ (TEC) viele neue, digitale Anwendungen – sowohl für Ärztinnen und Ärzte als auch Patientinnen, Patienten und deren Bezugspersonen. Voraussetzung hierfür ist eine hinreichende digitale Gesundheitskompetenz der potenziellen Anwendenden.
Im Projekt „Autonomie Digital“ wird ermittelt, welche digitalen Tools für Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen zur Verfügung stehen und inwiefern die digitale Gesundheitskompetenz der Betroffenen diesen neuen Möglichkeiten gerecht werden kann. Des Weiteren sollen die Autonomiebedürfnisse von chronisch Kranken näher betrachtet werden um schließlich Aussagen darüber treffen zu können, welche digitalen Tools bei welchen Erkrankungskonstellationen geeignet sind, die Autonomie chronisch kranker Menschen zu wahren bzw. zu verbessern.
Kontaktpersonen am IFAS: Luisa Falkenstörfer M.Sc., Prof. Dr. Silke Neuderth
Kooperationsbeteiligte: Prof. Dr. Stefan Schulz (Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Universität Trier)
Projektlaufzeit: 2022-2025
