Aktuelles

Neuigkeiten aus dem IFAS

Prof. Dr. Tanja Henking von der Bundesärztekammer in die Zentrale Ethikkommission berufen

Foto Tanja Henking

Prof. Dr. Tanja Henking, LL.M., Leiterin des Instituts für Angewandte Sozialwissenschaften IFAS, ist von der Bundesärztekammer in die Zentrale Ethikkommission (ZEKO) für die kommende Amtsperiode berufen worden.

Die Zentrale Ethikkommission (ZEKO) der Bundesärztekammer hat ihre Arbeit im Jahr 1995 aufgenommen. Sie ist multidisziplinär mit bis zu 16 Expertinnen und Experten besetzt, die sich mit ethisch aktuellen und bedeutsamen Fragestellungen befassen. Prof. Dr. Henking verstärkt diese Kommission mit ihrer Expertise ab dem kommenden Jahr. Die von der ZEKO verfassten Stellungnahmen sind für die Ärzteschaft sowie für die interessierte Öffentlichkeit bestimmt. In ihrer Meinungsbildung und Entscheidungsfindung ist die ZEKO unabhängig. Sie ist der Werteordnung des Grundgesetzes und der ärztlichen Ethik gemäß ihrem Statut verpflichtet.

Die konstituierende Sitzung der ZEKO soll im März 2023 bei der Bundesärztekammer in Berlin stattfinden. Die kommende, 10. Amtsperiode, dauert bis 2025.

Forschungs- und Netzwerkreise nach Japan

Zu einer spannenden Forschungs- und Netzwerkreise nach Japan ging es im September für Prof. Dr. Christoph Bördlein und die wissenschaftliche Mitarbeiterin des IFAS Carolin Gläser. Am National Institute of Occupational Safety and Health, Japan (JNIOSH) hielten sie Vorträge zum Thema „Behavior Based Safety (BBS) in Unusal Settings“ sowie „Psychological Risk Assessment in Germany“. BBS, also verhaltensorientierte Arbeitssicherheit, ist ein Forschungsschwerpunkt Bördleins. Bei richtiger Umsetzung trägt BBS zu einer Erhöhung sicherer Verhaltensweisen bei und reduziert Arbeitsunfallzahlen. Ein bereits bestehendes Memorandum of Understanding (MoU) zwischen der FHWS und dem JNIOSH wurde in einer kleinen Zeremonie verlängert (Foto 1).

Im Rahmen der Reise konnte auch eine neue internationale Kooperation geschlossen werden: Die Nagaoka University of Technology und die FHWS einigten sich in einem MoU darauf, gemeinsame Forschungsaktivitäten zu verfolgen und den studentischen Austausch zu fördern. Prof. Dr. Rieko Hojo, die dort zu verhaltensorientierter Arbeitssicherheit und Arbeitssicherheit mit Exoskeletten forscht, steht bereits seit einigen Jahren mit Christoph Bördlein im wissenschaftlichen Austausch. 

Zusammen mit Rieko Hojo nahmen Christoph Bördlein und Carolin Gläser an der Fachkonferenz der Japan Society of Mechanical Engineering, JSME in Toyama teil und referierten dort über „Behavioral Safety for Culture Change“ und „Acceptance and Usage of BBS in Germany – Possible Key Factors from a Legal Perspective“. Für das Projekt „Förderung arbeitssicheren Verhaltens bei Feuerwehrleuten in Deutschland und Japan“ am IFAS besuchten Christoph Bördlein und Carolin Gläser mit dem Sicherheitsingenieur Dr. Hideki Masago von der Japan Agency for Marine-Earth Science Technology eine Feuerwehrschule sowie zwei Feuerwehrwachen in der Präfektur Chiba bei Tokio.  Die Feuerwehrwachen verfügen über Löschroboter sowie Drohnen, die zur besseren Einschätzung von Bränden Messungen aus der Luft vornehmen können (Foto 2). Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in einen Fachartikel ein, der im nächsten Jahr veröffentlicht werden soll.

Die Reise nach Japan vertiefte den bereits bestehenden Austausch mit japanischen Wissenschaftler*innen und half bei der Knüpfung neuer Kontakte. Ein Forschungsprojekt zum Thema „Wellbeing“ ist ebenso in Planung wie eine Konferenz zum Thema BBS in Würzburg, bei der die japanischen Kolleg*innen ihre Forschung und Expertise zu verhaltensorientierter Arbeitssicherheit vorstellen sollen.

Foto Credit Carolin Gläser; Prof. Dr. Christoph Bördlein mit Dr. Katshutoshi Ohdo
Foto Credit Dr. Hideki Masago; Prof. Dr. Christoph Bördlein, Prof. Dr. Rieko Hojo und Carolin Gläser

Workshop “Präsentieren und Argumentieren im wissenschaftlichen Kontext”

Am 24.11.2022 nahmen 12 wissenschaftliche Mitarbeitende und Promoviderende des IFAS und anderen Instituten der Hochschule an einem eintägigen Online-Workshop zum Thema „Präsentieren und Argumentieren im wissenschaftlichen Kontext“ mit Frau Claudia Napetschnig teil. In kleiner Runde wurden die Grundlagen des überzeugenden Präsentierens und Argumentieren besprochen sowie die Wirkung von Stimme und Gestik/Mimik thematisiert. Durch zahlreiche Übungen mit peer-to-peer Feedback konnten die besprochene Inhalte ausprobiert und die eigene Präsentationstechnik im Laufe des Workshops zunehmend verfeinert werden.

Der Workshop ist Teil einer Fortbildungsreihe für wissenschaftliche Mitarbeitende des IFAS. Im Dezember wird ein weiterer Workshop zum Thema „Academic Writing“ veranstaltet, der ebenfalls als eintätiger Online-Workshop stattfinden wird. Anmeldungen sowie weitere Informationen gibt es bei Andrea Weber.

IFAS kooperiert mit Quarterly on Refugee Problems – AWR Bulletin (QRP)

Das Institut für angewandte Sozialforschung (IFAS) kooperiert über sein Center International Social Work in der Herausgabe des Quarterly on Refugee Problems – AWR Bulletin (QRP) mit der Association for the Study of the World Refugee Problem (AWR). Das QRP ist die offizielle wissenschaftliche Zeitschrift der AWR zur Verbreitung von Erkenntnissen zu Migrationsfragen. Die AWR, deren Gründung auf das Jahr 1950 zurückgeht, ist die weltweit älteste internationale Forschungsgesellschaft zu Migrations- und Fluchtfragen.

Das QRP fördert den globalen, interdisziplinären Diskurs zwischen Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen, um theoretische und praktische Antworten auf Migrationsfragen zu geben. Es blickt auf eine Publikationstradition bis ins Jahr 1954 zurück. Seit 2022 wird das QRP im double blind Peer-Review-Verfahren als Open-Access-Online-Zeitschrift in englischer Sprache veröffentlicht und von der Bibliothek der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) betreut. Die regelmäßigen Erscheinungstermine sind der 15. März, 15. Juni, 15. September und 15. Dezember eines jeden Jahres.

Aus Sicht von Prof. Ralf Roßkopf (Chefherausgeber des QRP, Vorsitzender der AWR - Deutsche Sektion e. V. und Mitglied des IFAS), ist die Kooperation und der Austausch beider Netzwerke äußerst vielversprechend. Das ebenfalls interdisziplinär angelegte IFAS unterstreicht dadurch seinen wissenschaftlichen Anspruch und bietet erweiterte Möglichkeiten der Publikation. Für die FHWS ist es die erste über Open Journal Systems (OJS) herausgegebene wissenschaftliche Zeitschrift; weitere sollen folgen. Die FHWS unterstreicht damit im Einklang mit ihrer Digitalisierungs- und Internationalisierungsstrategie den Anspruch auf eine Vorreiterrolle unter Hochschulen für angewandte Wissenschaften im Bereich von Open-Access-Publikationen.

Das QRP verfolgt einen interdisziplinären Ansatz und begrüßt die Einreichung von Beiträge aus den folgenden Bereichen:

·       Architektur und Bauingenieurwesen

·       Kulturwissenschaften

·       Ökologie und Umwelt

·       Wirtschaft

·       Bildung und Pädagogik

·       Ingenieurwesen

·       Gender und Queer Studies

·       Geographie

·       Gesundheit

·       Informationstechnologie

·       Recht

·       Management und Wirtschaft

·       Museologie

·       Linguistik, Übersetzung und Dolmetschen

·       Philosophie

·       Politische Wissenschaften

·       Religiöse Studien

·       Sozialarbeit

·       Soziologie

·       Statistik

Untersuchungen zu Musik und Lektüre auf Menschen mit Demenz und pflegende Angehörige

Wie wirken Musik und Lektüre auf Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen – diese Frage untersuchte das 9. Internationale Konsortiumsmeeting des EU-JPND Projektes HOMESIDE (European Joint Program Neurodegenerative Deceases). Die wissenschaftliche Veranstaltung fand in Krakau an der University of Physical Education statt. In diesem Projekt untersucht die Hochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS) zusammen mit The University of Melbourne, Anglia Ruskin University Cambridge, National Academy of Music Oslo und der University of Physical Education Krakau die Wirkung von Musik- und Leseinterventionen für häuslich pflegende Angehörige und ihre Menschen mit Demenz.

Nachdem alle Interventionen durchgeführt sind und fast alle Daten in allen fünf Ländern erhoben wurden, wurden im Meeting die Auswertungen endgültig bestätigt und eine Vielzahl von Unterprojekten zu Teilauswertungen geplant und verteilt werden. Vom Projekt werden maßgebende Ergebnisse für die Zukunft der Demenzversorgung erwartet.

(von li.:) Dr. Ming, Cambridge, Dr. Bukowska, Krakau und Prof. Baker, Melbourne (Konsortiumsleiterin) vom Projekt HOMESIDE (Foto FHWS / Thomas Wosch)

3. Bayerische Demenzwoche: IFAS beteiligt sich mit deutsch-australischem Beitrag

Carina Petrowitz (li., FHWS) und Kate McMahon (Uni Melbourne) hielten einen Vortrag im Rahmen der 3. Bayerischen Demenzwoche. (Foto FHWS / Thomas Wosch)

Musiktherapie im Rahmen der 3. Bayerischen Demenzwoche: IFAS-Mitglied Carina Petrowitz von der Hochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS) und Kate McMahon von der University of Melbourne hielten einen gemeinsamen Beitrag zum musiktherapeutischen Training für häuslich pflegende Menschen und deren Angehörige mit Demenz. Ausgestrahlt wurde der Beitrag im Zuge der 3. Bayerischen Demenzwoche im Labor Musiktherapie der FHWS in Würzburg für online zugeschaltete Teilnehmende. Die beiden Referentinnen führten diese Musikinterventionen im EU-Projekt HOMESIDE in Deutschland und Australien durch und untersuchten sie in ihren Promotionsstudien.

Sie zeigten und diskutierten mit den Teilnehmenden die besondere und situative Ansprache von Musik im Singen, Bewegen, Spielen und Hören. Sie stellten viele Parallelen und einzelne Unterschiede zwischen Australien und Deutschland fest, die sie in den Projekten HOMESIDE und MUSE-CARE (MUSic Empowerment of CAREgivers - skill sharing in dementia care) vertiefend untersuchten und veröffentlichen werden.

Festakt zur Bundesinitiative Musik und Demenz mit Beiträgen aus dem IFAS

Prof. Wosch (FHWS) zu Wirkungsforschung zur Musiktherapie für Demenz (Foto Medical School Hamburg)

Im September wurde auf der „3. Fachtagung Musik und Demenz“ des Landesmusikrates Hamburg die Bundesinitiative Musik und Demenz unterzeichnet durch Mitglieder des Deutschen Musikrates, der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Musikgeragogik. Mit der Bundesinitiative wird ein Fond aufgebaut, der deutschlandweit Musik für Menschen mit Demenz fördert inklusive einer Begleitforschung. Das betrifft sowohl den therapeutischen Einsatz zur Behandlung von Symptomen, als auch die Teilhabe am musikalischen und öffentlichen Leben in allen seinen Dimensionen und Institutionen.

Das Grußwort der Staatsministerin für Kultur, Claudia Roth, wurde vorgelesen; per Video begrüßte die stellvertretende Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Bundestages, Dr. Kirsten Kappert-Gonther, die Teilnehmenden der Fachtagung.

IFAS-Mitglied Professor Dr. Thomas Wosch führte den Festakt mit seinem Vortrag zu Wirkungsstudien der Musiktherapie für Demenz mit einem Überblick über die aktuelle Forschung an der FHWS dazu ein. Weiterhin ergänzten IFAS-Mitglied Jasmin Eickholt und die Lehrbeauftragte der FHWS Dr. Elsa Campbell das Programm der Tagung mit Workshops und Posterpräsentationen.

Auszeichnung für Poster des Projekts "Gesund Studieren an der FHWS"

Den ersten Platz im Bereich Wissenschaftlichkeit belegte das Poster „Bedarfe, Wünsche und Bekanntheit gesundheitsförderlicher Maßnahmen für Studierende – Eine Befragung an zwei Hochschulstandorten“ von Roxana Schweighart, Jessica Thätz, Lisa Demar, Franziska Zehl, Silke Neuderth und Rebecca Löbmann im Rahmen der Fachtagung „Gesundheitskompetenz – zwischen Wissenschaft und Praxis“. Das Poster präsentiert die empirischen Ergebnisse einer quantitativen Befragung an der FHWS zum Thema Studierendengesundheit und beleuchtet diesbezüglich, welche Gesundheitsbereiche für nationale und internationale Studierende sowie Studierende der unterschiedlichen Hochschulstandorte besonders relevant sind.

Weitere Informationen zum Projekt Gesund Studieren an der FHWS gibt es auf der Projekthomepage.

Jury-Preis für Poster aus dem Forschungsschwerpunkt AuGe

Das Poster Advance Care Planning in stationären Pflegeeinrichtungen - Das Vorausplanungskonzept „Time to talk“ von Malte Klemmt, Tanja Henking, Birgitt van Oorschot (Uniklinikum Würzburg) und Silke Neuderth hat bei dem 14. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (28.09. bis 01.10.2022 in Bremen) den Jury-Preis für das beste wissenschaftliche Poster gewonnen. In dem Poster und dem dazugehörigen Postervortrag wurden das Time to talk Gesprächskonzept sowie dessen empirische und normativ-theoretische Fundierung präsentiert.

Mehr Informationen zum Forschungsschwerpunkt AuGe (Autonomie im Gesundheitswesen) finden Sie auf der Projekthomepage.

Informationswebseite im Projekt „Mythen zur Patientenverfügung“ ist nun online!

Auf der Webseite www.vorausverfügt.de können Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen und Privatpersonen zukünftig ihr Wissen über Vorsorgedokumente testen und erweitern. Neben interaktiven Lernmodulen, die die rechtlichen Grundlagen und formalen Anforderungen an die drei wichtigsten Dokumente zur Wahrung der Patientenautonomie vermitteln, werden auf der Website ab Herbst/Winter 2022 auch Module bereitgestellt, in welchen die Besucherinnen und Besucher mit Hilfe videobasierter Fallbeispiele tiefer in die Beurteilung und Anwendung von Patientenverfügung und Co. einsteigen können. Bürgerinnen und Bürger sollen so mit Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen vertraut gemacht und für deren Relevanz sensibilisiert werden. Health Professionals, die (un)regelmäßig mit dem Thema in Berührung kommen, soll zudem ein souveräner Umgang mit den genannten Dokumenten ermöglicht werden.

Vorausgegangen sind der Webseite projekteigene Umfragen, in welchen sich erhebliche Wissensdefizite zum Thema zeigen. Neben falschen Vorstellungen über die Rechte von Angehörigen und die Verantwortung von nicht-ärztlichem Personal bei eindeutig verfügtem Patientenwillen, mangelt es unter Laien und Gesundheitsfachkräften auch an Wissen über die Aufgaben des Betreuungsgerichts oder die Rolle von Notarinnen und Notaren im Umgang mit Vorsorgedokumenten.

Interessierte Privatpersonen und Gesundheitsfachkräfte können sich bereits heute auf der Website für den Newsletter anmelden, der über den anstehenden Launch der Lernmodule informiert.

Netzwerktreffen des BayWISS Verbundkollegs Gesundheit

© BayWISS VK Gesundheit, Fotograf: Peter Kolb

Am Freitag, den 15.07.2022 fand das 5. jährliche Netzwerktreffen des BayWISS Verbundkollegs Gesundheit in München statt. Nach einer kurzen Begrüßung stellten zwei Promovierende den aktuellen Stand ihrer Promotionsprojekte vor. Im Anschluss fand eine Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Eva Grill (LMU München), Prof. Dr. Cornelia Mahler (Universität Tübingen), Prof. Dr. Annette Meussling-Sentpali (OTH Regensburg) und Dr. Rolf-Dieter Jungk (Amtschef, Bayrisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst) statt. Die Veranstaltung wurde mit einer Poster-Ausstellung und angeregtem Austausch abgeschlossen. Einen ausführlichen Bericht zum Treffen finden Sie hier.

Aktuell sind drei Promovierende der FHWS über ihre Verbundpromotion am BayWISS-Kolleg Gesundheit angegliedert. Insgesamt sind es sogar 14 Promovierende der FHWS, die einem der unterschiedlichen Bereiche von BayWISS angehören. Weiterhin hat das BayWISS Verbundkolleg Gesundheit dieses Jahr neuen Zuwachs aus Würzburg bekommen. Auch die Julius-Maximilians-Universität ist dem Kolleg beigetreten.

Keynote und Projektvorstellung auf der EABA Konferenz in Finnland

Prof. Dr. Christoph Bördlein und Carolin Gläser nahmen an der “10th Conference of the European Association for Behaviour Analysis” vom 15. bis 18 Juni in Tampere (Finnland) teil. Christoph Bördlein, Professor für Allgemeine und Klinische Psychologie sowie verhaltensorientierte Handlungslehre, eröffnete die Konferenz als Keynote Speaker zum Thema „Behavioral safety in unusual settings“. Behavior Based Safety (BBS), also verhaltensorientierte Arbeitssicherheit, gilt als die am besten untersuchte und wirksamste Methode, um arbeitssicheres Verhalten zu stärken und wird bisher vor allem in großen Industriefirmen eingesetzt. Viele Arbeiternehmer:innen sind jedoch in kleineren Betrieben beschäftigt. Da die Prinzipien von BBS wie die Definition sicherer Verhaltensweisen, Verhaltensbeobachtungen und positive Verstärkung auf allgemeingültigen verhaltensanalytischen Theorien basieren, sollten sie grundsätzlich auch für kleinere Firmen nutzbar sein. Christoph Bördlein zeigte dies anhand empirischer Beispiele seiner eigenen Forschung auf: So konnte BBS in einem Frisörsalon, bei Zahnarztassistent:innen und in einer Rettungswache erfolgreich umgesetzt werden.

Carolin Gläser, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut, stellte im Rahmen der Konferenz ein wissenschaftliches Poster vor. „Behavior Based Safety for Firefighters in Germany and Japan“ präsentierte den Status quo eines gemeinsamen Forschungsvorhabens des Forschungsschwerpunktes BBS der FAS mit japanischen Wissenschaftlern, das den gefährlichen Beruf von Feuerwehrleuten in Deutschland und Japan sicherer machen soll. Durch den Ländervergleich kann herausgearbeitet werden, wie BBS international funktioniert und welche Anpassungen eventuell vorgenommen werden müssen. Während in Japan Feuerwehrleute beispielsweise auch bei Erdbeben im Einsatz sind, bekämpft die Feuerwehr in Deutschland hauptsächlich Brände und leistet technische Hilfe.

Für die Originalarbeit „Patientenverfügungen von Bewohnenden in Pflegeeinrichtungen – welche Behandlungssituationen und Behandlungsmaßnahmen werden vorausverfügt?“ erhielten Malte Klemmt, Prof. Dr. Silke Neuderth, Prof. Dr. Birgitt van Ooschot und Prof. Dr. Tanja Henking den diesjährigen „DMW Walter Siegenthaler Preis“. Die Auszeichnung wurde am 2. Mai 2022 im Rahmen des 128. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) verliehen.

In der Studie, die im Rahmen des Forschungsschwerpunktes „Autonomie im Gesundheitswesen (AuGe)“ entstanden ist, sind Daten aus 13 stationären Pflegeeinrichtungen bzw. von 832 Bewohnenden in Stadt und Landkreis Würzburg eingeflossen. Es konnten über 900 Vorsorgedokumente, davon 265 Patientenverfügungen erfasst und analysiert werden.

Die Ergebnisse der Studie sind frei verfügbar unter: https://doi.org/10.1055/a-1576-6894

Projektvorstellung "MyPatH" im Ethiknetz Mainfranken

Unsere Wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Carolin Fleischmann stellte am 08.11.2021 im Rahmen eines virtuellen Treffens des Ethiknetzes Mainfranken den aktuellen Arbeitsstand des Projekts „Mythen zur Patientenverfügung“ vor. 26 Interessierte schalteten sich in die virtuelle Runde. Das Projekt zielt im ersten Schritt darauf ab, den Kenntnisstand von einerseits Health Professionals (diverse AkteurInnen im Gesundheitswesen) und andererseits BürgerInnen zu Vorsorgedokumenten (Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung) zu erfassen. Basierend auf dieser Auswertung werden Informations- und Fortbildungskonzepte für beide Zielgruppen entwickelt und im Anschluss evaluiert werden. In dem Vortrag ging Frau Fleischmann neben der Projektidee, den Arbeitsschritten und Fragestellungen auch auf die Konzeption der Erhebungsinstrumente und auf die ersten Ergebnisse der Auswertung ein. In der anschließenden Diskussion kamen fachliche Rückmeldungen zu einzelnen Fragen im Fragebogen auf sowie Vorschläge zur Ansprache der Bürgerinnen und Bürger innerhalb der digitalen Informationskonzepte.

Fünf neue Forschungsprojekte am IFAS

Fünf neue Forschungsprojekte starten am Institut für angewandte Sozialwissenschaften (IFAS). Die Mittel für die Besetzung der Stellen für wissenschaftliche Mitarbeitende wurden durch Mittel aus der High-Tech Agenda Bayern möglich.  

Prof. Dr. Dagmar Unz erforscht gemeinsam mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Eva-Maria Weiß in dem Projekt „ReSy“ das Potential von Virtual Reality zur Reduktion von Stigmata gegenüber Menschen mit psychischer Erkrankung. Dafür werden zwei virtuelle Umgebungen konzipiert, die zum einen Symptome psychischer Erkrankungen erlebbar machen und zum anderen indirekten Kontakt vermitteln.

Das Projekt „DigiPsy“ von Prof. Dr. Tanja Henking und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Andrea Weber setzt sich mit digitalen und KI-basierten Anwendungen im Bereich der psychiatrischen Versorgung auseinander. Neben empirischen Fragenstellungen mit starker Nutzendenbeteiligung, soll ein normativer Rahmen, der ethische und rechtliche Aspekte einer digitalen Versorgung von Menschen mit psychischer Erkrankung beleuchtet, sowie Handlungsempfehlungen erarbeitet werden.

Beide Projekte haben ihre Arbeit bereits aufgenommen. In Kürze starten die folgenden Projekte:

Das Projekt „Autonomie digital“ von Prof. Dr. Silke Neuderth hat die Identifikation von Autonomiebedürfnissen sowie autonomieförderlichen und -gefährdenden Aspekten im Zusammenhang mit digitalen Tools bei drei unterschiedlichen „prototypischen“ Zielgruppen chronisch kranker Menschen (Menschen mit Rückenschmerz, Menschen mit psychischer Erkrankung und Menschen mit Amyloidose) zum Ziel. Ermittelt werden soll wie Autonomie durch digitale Tools gewahrt bzw. gefördert werden kann.

Im HTA-Projekt "HIGH-M" von Prof. Dr. Thomas Wosch wird von 2021 bis 2023 an der Erkennung von Mustern musikalischer Interaktion im Kontext musiktherapeutischer Diagnostik und Musikhochschul-Improvisationsdidaktik gearbeitet. Das geschieht in Kooperation mit dem KI-Lehrstuhl für künstlerische Kreativität und musikalische Interaktion der Hochschule für Musik Nürnberg sowie mit dem Cambridge Institute for Music Therapy Research und dem Centre of Excellence der Universität Jyväskylä.

Im Projekt „Förderung arbeitssicheren Verhaltens bei Feuerwehrleuten in Deutschland und Japan“ von Prof. Dr. Christoph Bördlein sollen die Methoden der verhaltensorientierten Arbeitssicherheit (Behavior Based Safety, BBS) auf die Arbeitssituation von Feuerwehrleuten übertragen werden. Dazu werden sichere Verhaltensweisen von Feuerwehrleuten definiert und beobachtet. Eine Verhaltensänderung wird durch Feedback, das Setzen von verhaltensspezifischen Zielen sowie Methoden der positiven Verstärkung angestrebt. 

Wörterbuch Soziale Arbeit in neuer Auflage erschienen

Das Wörterbuch Soziale Arbeit erschien im Beltz Juventa Verlag in neuer Auflage und in neuer Herausgeberschaft. Prof. Dr. Theresia Wintergerst, Angehörige der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften der FHWS und Mitwirkende im Center Wissenschaft Soziale Arbeit des IFAS ist Mitglied des neuen fünfköpfigen Herausgeberteams. Über 250 Autorinnen und Autoren haben am Wörterbuch mitgeschrieben. Die ersten acht Ausgaben wurden von Dieter Kreft und Ingrid Mielenz herausgegeben. Diese prägten die Ausrichtung des Wörterbuchs, das sich in der Länge der Artikel zwischen einem Lexikon und einem Handbuch ansiedelt. Das Wörterbuch soll auch das fachliche Wissen in jenen Feldern zur Geltung bringen, in denen die sie beschäftigenden Problemlagen entstehen und verursacht werden. Es bietet eine qualifizierte Erstinformation zu den für die Soziale Arbeit relevanten Themen. Dabei ist es darauf ausgerichtet neben den Handlungsfeldern, den Konzepten und Methoden auch über den rechtlichen Handlungsrahmen und die für das Handeln wichtigen Strukturen zu informieren. Zielsetzung ist es, alle Bereiche und Felder zu berücksichtigen. Dementsprechend bilden Begriffe aus der Sozialen Arbeit in Praxis und Theorie, Lehre und Forschung die Mitte des Wörterbuchs. 

Weitere Informationen und Bestellung auf der Website der Verlagsgruppe Beltz

Umfrage zu Patientenverfügung

Aktuell wird im Rahmen des vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geförderten Forschungsprojekts „Mythen zur Patientenverfügung“ eine Umfrage zum Thema Vorsorgedokumente (Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung) durchgeführt. Sie richtet sich an alle volljährigen Bürgerinnen und Bürger von Stadt und Landkreis Würzburg und dauert ca. 20 Minuten. Das Projekt läuft insgesamt bis 2023 und verfolgt das Ziel, auf Basis der Befragung gezielte Informationskonzepte zum Thema Vorsorgedokumente entwickeln. Die Fragen beziehen sich auf den Umgang mit und das Wissen zu Vorsorgedokumenten. Am Ende eines kleinen Wissenstests erfährt jede/r Teilnehmer/in sein persönliches Ergebnis!

Welche Idee steckt hinter dem Projekt? Mangelhaftes Wissen sowie falsche Vorstellungen über Vorsorgedokumente führen dazu, dass deren Potenzial nicht ausgeschöpft wird. Das wiederum bedeutet, dass dem Willen von Patientinnen und Patienten in besonders vulnerablen Lebensphasen nicht Folge geleistet werden kann. Es geht im Grunde um zutiefst menschliche Themen wie die Wahrung der Autonomie und Würde eines jeden Einzelnen.

Hier geht’s zur Umfrage: https://unipark.de/uc/mythen/

 

Projekt AttiMa stellt sich bei Eröffnung des DAAD Regionalbüros Amman (Jordanien) vor

E-Poster zum laufenden Forschungsprojekt „Mythen zur Patientenverfügung“ wird mit zweitem Platz auf den Wissenschaftlichen Arbeitstagen der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin ausgezeichnet.

Auf den Wissenschaftlichen Arbeitstagen (WTA) der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, die am 12. und 13. März 2021 komplett digital ausgerichtet wurden, konnte unsere Wissenschaftliche Mitarbeiterin Carolin Fleischmann mit ihrem ePoster zum laufenden Forschungsprojekt „Mythen zur Patientenverfügung“ die Gutachterinnen und Gutachter überzeugen und erhielt in der Verleihung der Posterpreise den 2. Platz. In ihrem Vortrag erläuterte sie den Hintergrund der Projektidee, das methodische Vorgehen und den Ausblick auf die zu erwartenden Ergebnisse der Befragung der Health Care Professionals, die sich aktuell in der Feldphase befindet. An den Vortrag schloss sich eine interessante Diskussion an, moderiert durch zwei Expertinnen auf dem Gebiet der Palliativforschung: Prof. Dr. Claudia Bausewein und Prof. Dr. Henrikje Stanze. Besonderes Augenmerk bei der Begutachtung der Poster wurde auf die Forschungsqualität, den inhaltlichen Aufbau und die graphische Gestaltung gelegt. Ziel der WAT ist die Vernetzung, Bildung und Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Palliativmedizin. 

Veranstaltungen

Termine im WiSe 2022/2023: 19.10.2022, 16.11.2022, 18.01.2023

in der Regel jeder 3. Mittwoch im Monat, 15.15h bis 16.45h

Bis auf Weiteres findet das IFAS-Kolloquium per Zoom statt (der Link wird Ihnen auf Anfrage gerne zugesendet).

Im Rahmen des von der VW-Stiftung geförderten Projekts SMART findet am 21.05.21 um 18.00h eine Diskussionsveranstaltung auf der diesjährigen digitalen re:publica statt. Gemeinsam reisen wir in eine mögliche Zukunft, in der Künstliche Intelligenz bei der Prüfung der Einwilligungsfähigkeit von Patient*innen eingesetzt wird. Wir diskutieren verschiedene Perspektiven, Zusammenhänge und Folgen mit interessierten Personen und Expert*innen unterschiedlicher Disziplinen.

Mehr Informationen finden Sie auf der Projekthomepage sowie auf der Veranstaltungsseite der re:publica.

Im Rahmen des von der VW-Stiftung geförderten Projekts SMART (Saving Autonomy: Assessing Patients' Capacity to Consent using Artificial Intelligence) fand am 29. und 30.03.21 ein zweitägiger Workshop statt. Expert*innen aus den Fachbereichen Philosophie, Recht, Medizin, Soziologie, Informatik, Psychologie und Politikwissenschaft diskutierten mit uns über den Einsatz künstlicher Intelligenz bei der Beurteilung der Einwilligungsfähigkeit von Patient*innen.

Mehr Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.